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Universität Basel

30. November 2007

Universität Basel feiert ihren Dies Academicus 2007: Zwei Ehredoktorinnen und sieben Ehrendoktoren

Mit dem traditionellen Festakt hat die Universität Basel am Freitag (30.11.2007) ihre traditionelle Jahresfeier, den Dies Academicus, begangen. Mit der Ehrenpromotion ausgezeichnet wurden dabei zwei Frauen und sieben Männer: Gerti Elias, Heide Wunder, Dietrich Ritschl, Pierre Moor, Günther E. Thüry, Hans Heiner Zaeslin, John Mayo, Robert B. Cialdini und Gerd Gigerenzer. Rektor Loprieno führte die zahlreichen Gäste durch den festlichen Tag und hielt eine viel beachtete Rede zur Rolle der Schrift als kulturelles Phänomen.

Den Ehrendoktortitel der Theologischen Fakultät erhielt der in Basel geborene Prof. Dietrich Ritschl, der eine langjährige, weltweite Forschungs- und Lehrtätigkeit an Universitäten und theologischen Seminaren entfaltet und dabei zum internationalen und interkulturellen Austausch theologischer Diskurse beigetragen hat. In seinem Bestreben nach einer multiperspektivischen Sicht auf den Menschen hat er Brücken zu anderen akademischen Disziplinen geschlagen und sich um die ökumenische Verständigung zwischen Kirchen und Konfessionen wie auch um den christlich-jüdischen Dialog bemüht.

Die Juristische Fakultät verlieh die Ehrendoktorwürde an Prof. Pierre Moor, langjähriger Ordinarius an der Universität Lausanne. Als akademischer Lehrer und Forscher hat er das allgemeine schweizerische Verwaltungsrecht von Grund auf durchdrungen, es in einer beeindruckenden Gesamtschau dargestellt und zu seiner Weiterentwicklung beigetragen. Dabei leistete er wesentliche Beiträge zur Ausgestaltung und zum korrekten Vollzug des Raumplanungsrechts in der Schweiz.

Im Andenken an Anne Frank

Zur Ehrendoktorin der Medizinische Fakultät ernannt wurde die Schauspielerin Gerti Elias, die sich zeitlebens im Andenken an das jüdische Mädchen Anne Frank für humanitäre Förderprojekte und für die medizinische Behandlung von Personen engagiert hat, die im Zweiten Weltkrieg unter Einsatz ihres Lebens verfolgten Juden halfen. Als Stiftungsrätin des Anne-Frank-Fonds hat sie zusammen mit ihrem Ehemann Buddy Elias, des Cousins von Anne Frank, die Aufbauarbeit im Bereich angewandte Ethik an der Universität Basel mit Beharrlichkeit angeregt.

Prof. Heide Wunder erhielt die Würde einer Ehrendoktorin von der Philosophisch-Historischen Fakultät verliehen. Die emeritierte Professorin für Sozial- und Verfassungsgeschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Kassel gilt als eine der international profiliertesten deutschsprachigen Historikerinnen und verfügt über ein breites Oeuvre, das von der Wirtschafts- und Agrargeschichte über die Rechts- und Verfassungsgeschichte bis zur Wissens-, Kultur- und Geschlechtergeschichte reicht. Dank ihr ist unter anderem ein bis heute wegweisender Quellenband zur Geschichte der Baslerinnen im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit entstanden.

Die Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät verlieh die Würde eines Doktors ehrenhalber an den Altertumswissenschaftler lic. phil. Günther E. Thüry. Er hat mit grossem interdisziplinärem Verständnis archäologisches und kulturgeschichtliches Wissen mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpft und verifiziert. Damit wurden neue Einblicke in die Bereiche Umwelt und Wirtschaft sowie Gesundheitswesen, Ernährung, Abfallentsorgung und Hygiene der Menschen während der römischen Epoche gewonnen.

Zwei Titel in Wirtschaft und Psychologie

Zwei Ehrendoktortitel verlieh die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät: Die Würde eines Doktors der Staatswissenschaften ehrenhalber erhielt zum einen Hans Heiner Zaeslin, der als privater Mäzen das "Zaeslin-Programm: Law and Economics" durch seine grosszügige Unterstützung ins Leben gerufen und damit den wissenschaftlichen Austausch in der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft zwischen der Universität Basel und den USA gefördert und gesichert hat. Der zweite Ehrendoktor der Wirtschaftswissenschaften erhielt Prof. John Mayo, Professor für Wirtschafts- und Politikwissenschaften an der McDonough School of Business an der Georgetown University (USA), der im US-Parlament und bei Gerichten als einer der führenden Experten für Wettbewerbs- und Regulierungsfragen gilt.

Auch die Fakultät für Psychologie zeichnete dieses Jahr zwei Persönlichkeiten mit der Ehrendoktorwürde aus: Der amerikanische Sozialpsychologe Prof. Robert B. Cialdini wurde für seine Forschungsarbeiten über den sozialen Einfluss auf das menschliche Denken und Handeln, zur Befolgung sozialer Normen und zu den Umständen prosozialen Verhaltens geehrt. Der deutsche Honorarprofessor Dr. Gerd Gigerenzer wurde für seine Forschung zur Natur begrenzter Rationalität und sozialer Intelligenz, zur Rolle von Heuristiken bei Entscheidungen unter begrenzter Zeit und begrenztem Wissen sowie zu Risikoverhalten und Risikokommunikation geehrt.

Rektoratsrede und Festessen

Am Festakt in der Martinskirche hielt der Rektor der Universität Basel, Prof. Antonio Loprieno, eine viel beachtete Dies-Rede mit dem Titel „Vom Schriftbild“. Zuvor waren die Vertreter und Vertreterinnen der Universität, angeführt von der Universitätsfahne, feierlich zur Martinskirche gezogen. Die Professoren und Professorinnen im Zug waren nach den sieben Fakultäten geordnet und trugen zu einem grossen Teil den Talar und das Barett. Nach der Feier in der Martinskirche stand das traditionelle Festessen auf dem Programm, zu dem jeweils das Rektorat der Universität und die Akademische Zunft einladen.

Weitere Auszeichnungen und Preise

Überreicht wurden am Dies Academicus weitere Auszeichnungen und Preise: der Amerbach-Preis der Medizinischen Fakultät ging an PD Dr. Mirjam Christ-Crain, der Preis der Theologischen Fakultät an Dr. des. Meret Gutmann-Grün, der Juristischen Fakultät an Dr. iur. Conradin Cramer und Dr. Cristina von Holzen sowie der Medizinischen Fakultät an Dr. med. Tobias Reichlin. Der Preis für Geisteswissenschaften der Philosophisch-Historischen Fakultät erhielt Dr. phil. des. Arlette Schnyder und Dr. phil. des. Justin Vollmann, der Preis der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät Dr. phil. Emanuel Marc Lörtscher und Dr. phil. Dr. Christian Markert. Der Tschudi-Preis ging an Dr. phil. Rita Born, der Preis der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an Dr. rer. pol. Christoph Sax sowie der Preis der Fakultät für Psychologie an PD Dr. Simone Munsch, Susanne E. Suter M.Sc. und Harriett J. Huggenberger M.Sc. Den Sportpreis der Universität erhielt der Degenfechter Max Heinzer und den Credit Suisse Award For Best Teaching Dr. Thomas Zehrt von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

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