x
Loading
+ -

Universität Basel

Stickstoffeintrag aus der Luft verringert Schweizer Pflanzenvielfalt

Zwei Drittel der Stickstoffeinträge in der Schweiz stammen aus der Landwirtschaft sowie ein Drittel  aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.
Zwei Drittel der Stickstoffeinträge in der Schweiz stammen aus der Landwirtschaft sowie ein Drittel aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

Hohe Stickstoffemissionen durch den Menschen führen zu sinkender Pflanzenvielfalt. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Basel, die Flächen in der ganzen Schweiz untersucht haben. Sie konnten zeigen, wie stark sich die Pflanzenvielfalt in Landschaften mit erhöhten Stickstoffeinträgen verringert hat. Die Zeitschrift «Royal Society Open Science» hat die Studie veröffentlicht.

08. April 2015

Zwei Drittel der Stickstoffeinträge in der Schweiz stammen aus der Landwirtschaft sowie ein Drittel  aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.
Zwei Drittel der Stickstoffeinträge in der Schweiz stammen aus der Landwirtschaft sowie ein Drittel aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

Stickstoff ist für Pflanzen ein unentbehrlicher Nährstoff, der ursprünglich nur begrenzt vorhanden ist. Viele artenreiche Ökosysteme sind an eine geringe Verfügbarkeit von Stickstoff angepasst. Steigt die Verfügbarkeit von Stickstoff, nehmen oft einige wenige, besonders durchsetzungsfähige Pflanzenarten zu und verdrängen andere Arten – die Pflanzenvielfalt nimmt ab.

Die Forscher verglichen sechs verschiedene Messgrössen der Pflanzenvielfalt auf 381 zufällig ausgewählten Flächen in der Schweiz, die jeweils ein Quadratkilometer gross sind und auf 260 bis 3200 Meter Höhe liegen. Bei allen sechs Messgrössen zeigte sich ein negativer Zusammenhang mit dem Stickstoffeintrag aus der Luft. «Negative Auswirkungen von Stickstoffeinträgen auf die Pflanzenvielfalt kannte man bisher vor allem aus Studien, die kleine und für den Naturschutz besonders interessante Flächen untersucht haben», sagt Erstautor Tobias Roth. «Wir wollten wissen, ob solche Auswirkungen auch feststellbar sind, wenn wir ganze Landschaften und verschiedene Höhenlagen untersuchen.»

Der schwächste Zusammenhang zeigte sich bei der traditionell gemessenen Artenvielfalt, also bei der Anzahl Pflanzenarten pro Fläche. Die stärksten Auswirkungen fanden die Biologen bei der sogenannten phylogenetischen Pflanzenvielfalt, bei der die DNA-Sequenzen verglichen werden: Hohe Stickstoffeinträge führen dazu, dass die Pflanzenarten im Durchschnitt stärker miteinander verwandt sind.

Weiterführende Informationen
nach oben