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Universität Basel

30. September 2011

Selbstwertgefühl beeinflusst Partnerschaft, Arbeit und Gesundheit

Ein hohes Selbstwertgefühl wirkt sich positiv auf Partnerschaft, Arbeit und Gesundheit aus – und ist nicht nur eine Begleiterscheinung von Erfolg und Wohlergehen in diesen Lebensbereichen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Psychologen der Universität Basel und der University of California. Ihre Forschungsergebnisse sind im US-Fachmagazin «Journal of Personality and Social Psychology» publiziert.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 1824 Personen im Alter von 16 bis 97 Jahren aus, die über einen Zeitraum von zwölf Jahren regelmässig befragt wurden. Die Forschungsgruppe um Prof. Ulrich Orth von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel untersuchte ein breites Spektrum an Indikatoren für Erfolg und Wohlergehen in wichtigen Lebensbereichen. Die stärksten Effekte des Selbstwertgefühls zeigten sich dabei in den Bereichen Partnerschaft und Arbeit. Das heisst: Menschen mit höherem Selbstwertgefühl haben bessere Aussichten auf eine erfüllte Beziehung und Zufriedenheit im Beruf. Ein hohes Selbstwertgefühl hilft auch bei der Aufrechterhaltung der körperlichen Gesundheit.

Eher Ursache als Folge


In der Forschungsarbeit wurden nicht nur subjektive Erfolgsindikatoren wie etwa die Arbeitszufriedenheit getestet. Untersucht wurden auch objektive Indikatoren wie Einkommen, gesellschaftliches Ansehen der beruflichen Tätigkeit und Häufigkeit von Gesundheitsproblemen wie Bluthochdruck, Diabetes und Krebserkrankungen. «Zwar sind die Effekte des Selbstwertgefühls bei Verwendung der objektiven Erfolgsindikatoren klein – die Ergebnisse weisen jedoch auch hier darauf hin, dass das Selbstwertgefühl eher eine Ursache als eine Folge von Erfolg in wichtigen Lebensbereichen ist», so Orth.

Höchster Selbstwert mit 50


Die Studie gibt zudem Aufschluss über den Verlauf des Selbstwertgefühls über die Lebensspanne. Im Durchschnitt stieg das Selbstwertgefühl der Befragten vom Jugendalter bis ins mittlere Erwachsenenalter an – mit dem Höchststand im Alter von etwa 50 Jahren – und verringerte sich darauf mit stärker werdenden Verlusten im hohen Erwachsenenalter. Personen mit höheren Bildungsabschlüssen hatten in jedem Lebensalter ein höheres Selbstwertgefühl als solche mit niedrigerem Bildungsniveau. Hingegen zeigte sich beim typischen Verlauf des Selbstwertgefühls kein Geschlechtsunterschied, was Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren bestätigt.

Originalbeitrag

Ulrich Orth, Richard W. Robins, Keith F. Widaman


Life-span development of self-esteem and its effects on important life outcomes

Journal of Personality and Social Psychology, Advance online publication | doi: 10.1037/a0025558

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