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Universität Basel

21. Mai 2013

Langfristige Folgen von Trennungsangst bei Kindern

Kinder, die an einer klinische bedeutsamen Störung mit Trennungsangst leiden, weisen ein erhöhtes Risiko für Panikstörung und andere Angststörungen auf. Sie sind jedoch nicht anfälliger für eine depressive Störung oder Suchtstörung. Das zeigt eine Metaanalyse, die Forschende der Universität Basel mit internationalen Kollegen im Fachmagazin «American Journal of Psychiatry» veröffentlicht haben.

Die Trennungsangst ist die häufigste Angststörung bei Kindern und auch diejenige, die am frühesten auftritt. Aber wie sieht es mit möglichen langfristigen Konsequenzen für die psychische Gesundheit des Kindes aus? Die Forschungsgruppe um Dr. Joe Kossowsky und Prof. Dr. Jens Gaab von der Fakultät für Psychologie der Universität Basel ist dieser Frage nachgegangen.

Zusammen mit Kollegen aus Harvard, Bern und Bochum analysierten die Forscher die Daten von 25 Studien, die insgesamt 14‘855 Personen untersucht hatten. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die an einer klinisch bedeutsamen Trennungsangst leiden, im Erwachsenenalter ein 3,45-fach höheres Risiko für eine Panikstörung und ein 2,2-fach höheres Risiko für andere Angststörungen aufweisen als Kinder ohne Trennungsangst. Die Kinder zeigen jedoch keine erhöhte Anfälligkeit für andere psychische Erkrankungen wie etwas depressive Störungen oder Abhängigkeitsstörungen.

Die Autoren vermuten, dass Trennungsängsten und Panikstörungen gemeinsame psychopathologische Prozesse zugrunde liegen. Deswegen schlagen sie vor, das Verständnis der Trennungsangst auf Grundlage eines entwicklungspsychopathologischen Konzepts zu erweitern. Die Ergebnisse implizieren, dass ein besseres Verständnis der Entstehung, Prävention und Therapie von Trennungsangst wichtige Schritte darstellen, um spätere psychische Störungen zu vermeiden.

Originalbeitrag

Joe Kossowsky, Monique C. Pfaltz, Silvia Schneider, Jan Taeymans, Cosima Locher, Jens Gaab (2013).


The Separation Anxiety Hypothesis of Panic Disorder Revisited: A Meta-Analysis

American Journal of Psychiatry | doi: 10.1176/appi.ajp.2012.12070893

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