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Universität Basel

09. Juli 2015

Wissenschaftspreis 2015 der Stadt Basel an Christine Christ-von Wedel

Der diesjährige Wissenschaftspreis der Stadt Basel geht an Dr. phil. Christine Christ-von Wedel. Ausgezeichnet wird die Ehrenpräsidentin der Mission 21 für ihre herausragenden Arbeiten über Erasmus von Rotterdam und die schweizerische Reformationsgeschichte sowie für ihre Erforschung der Geschichte der Basler Mission.

Der Regierungsrat von Basel-Stadt hat den diesjährigen Wissenschaftspreis an Dr. phil. Christine Christ-von Wedel verliehen. Der Preis in der Höhe von 20'000 Franken wird alljährlich und im Turnus der sieben Fakultäten Forschenden zuerkannt, die zur Universität Basel in Beziehung stehen und sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen hervorgetan haben. Der Regierungsrat ehrt die 1948 geborene Historikerin aufgrund ihres zentralen Beitrags zur Vermittlung zwischen der wissenschaftlichen Erforschung der humanistischen und theologischen Tradition und deren Rezeption sowie für ihre Forschungsbeiträge zum Verständnis der Geschichte der Basler Mission.

Christ-von Wedel hat in Basel Geschichte, Philosophie und Kirchengeschichte studiert und 1979 mit einer Dissertation über Erasmus von Rotterdam promoviert. 1999 nahm sie einen Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich wahr, 2003 arbeitete sie als Fellow des Schweizerischen Instituts für Reformationsgeschichte an der Universität Zürich. Sie engagiert sich seit 1986 für Missionsanliegen auf Gemeindeebene und in Gremien, zunächst der Basler Mission, später auch in der Evangelischen Mission in Solidarität in Südwestdeutschland.

Reformationsgeschichte und Humanismus

Von Februar 2012 bis Ende 2014 wirkte sie als Präsidentin des Vorstands von Mission 21 und arbeitete mit an der wissenschaftlichen Dokumentation der Geschichte der Basler Mission. Ihr Forschungsgebiet im Bereich der schweizerischen Reformationsgeschichte und des Humanismus verfolgte sie weiter in verschiedenen Publikationen. Christ-von Wedel ist verheiratet und Mutter von vier erwachsenen Kindern.

Heute gilt es als unbestritten, dass Erasmus von Rotterdam neben seiner Bedeutung als einflussreichster Denker der Renaissance auch ein bedeutsamer Theologe war. Als Historikerin mit Spezialgebiet Humanismus und Reformation erforschte Christ-von Wedel in einer international beachteten Studie die Frage, worin dieser eigenständig theologische Beitrag besteht.

Das Neue an der Theologie des Erasmus stellt für Christ-von Wedel dessen radikal historischer Zugang zu den biblischen Büchern und den Dogmen und Schriften der Kirchenväter dar. Die Wahrnehmung der Situationsgebundenheit des religiösen und geistigen Lebens führte Erasmus zur Erkenntnis, dass sich die Kirche und ihre Lehre an neue Situationen anpassen müssen und somit auch die Stellung der Frauen neu zu bewerten haben. Die 2013 ins Englische übersetzte intellektuelle Biografie weist Erasmus damit als radikalen Denker der Moderne aus.

Geschichte der Basler Mission

Neben zahlreichen weiteren Publikationen zu Gestalten der schweizerischen Reformationsgeschichte beleuchtet Christ-von Wedel als Mitherausgeberin der Reihe «Basler Mission. Menschen, Geschichte, Perspektiven 1815–2015» des Schwabe Verlags die Geschichte der Basler Mission. Dieses interdisziplinär und international ausgerichtete Forschungsunternehmen zum Wandel in Theologie, Frömmigkeit und Praxis der Mission zeigt Perspektiven heutiger missionarischer Theorie und Praxis und ermöglicht insbesondere auch Forschung in nichteuropäischen Ländern.

Mit der Verleihung des Wissenschaftspreises 2015 an Christine Christ-Christ-von Wedel ehrt die Stadt Basel eine Forscherin, die ausserhalb der traditionellen universitären Förderungsangebote konsequent und mit langem Atem eine eigenständige Forschungstätigkeit durchgeführt hat und sowohl die kirchenhistorische Forschung über den Basler Gelehrten Erasmus von Rotterdam und den schweizerischen Humanismus als auch die fundierte wissenschaftliche Rezeption der Missionsgeschichte unterstützt und weitergeführt hat.

Die feierliche Übergabe des Wissenschaftspreises findet am 29. September 2015 im Grossratssaal statt.

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