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Studentischer Rückzug aus dem Caffè Bologna
Die Studentische Körperschaft der Universität Basel (Skuba) beendet ihr Engagement um das Caffè Bologna und übergibt das Geschäft an den bisherigen Partner der Rheingarten Basel GmbH. Damit trifft sie eine notwendige und wichtige Entscheidung zum Wohle der Basler Studierendenschaft. Die neuen Betreiber möchten die enge Zusammenarbeit mit der Universität Basel weiter ausbauen.
10. März 2015
Im Jahr 2012 initiierte die Skuba durch einen Beschluss des Studierendenrates das Projekt «Caffè Bologna». Es sollte ein Ort von Studierenden für Studierende und ein Raum für kulturelle Anlässe, studentischen Austausch und akademische Veranstaltungen geschaffen werden.
Während der Realisierung des Cafés geriet das Projekt schnell durch Fehleinschätzungen, Fehlkalkulationen, hohe Zusatzinvestitionen, Überbesetzung im Personal, einem überdehnten Angebot und fehlende Kompetenz in Schieflage. Nachdem im Sommer 2014 die Bilanzen für den bisherigen Geschäftsverlauf des Cafés präsentiert wurden und ein Defizit von 240‘000 Franken festgestellt wurde, musste die Skuba die Notbremse ziehen. In mehreren Krisensitzungen arbeitete eine Arbeitsgruppe an einer Lösung für die Skuba und dem Café. Im Zuge der Task-Force-Arbeit ergab sich eine Kooperation mit Roger Greiner, Rheingarten GmbH.
Gemeinsam wurde eine Projektphase lanciert, welche das Ziel verfolgte den Geschäftsbetrieb zu optimieren und die Umsätze aus der Verlustzone zu bringen. In der Folge wurde der Geschäftsbetrieb stark verbessert, am Ende der Projektphase konnten die angestrebten Umsätze jedoch noch nicht erreicht werden.
Am Ende dieser Projektphase wurde an der Studierendenratssitzung vom 26. Januar 2015 Resümee gezogen. Da das Caffè Bologna nicht die angestrebten Umsätze generieren konnte und die Skuba aufgrund ihres Leistungsauftrags und ihrer Ressourcen in personeller und finanzieller Hinsicht die Weiterführung des Projekts nicht mehr schultern konnte, entschied der Studierendenrat die Beendigung des Projekts und die Liquidierung des Caffè Bolognas.
Rheingarten Basel GmbH übernimmt
Im Zuge des Liquidationsverfahrens bot die Rheingarten Basel GmbH eine Übernahme des Caffè Bolognas an. In intensiven Verhandlungen unter Begleitung der Universität Basel konnte ein Angebot ausgehandelt werden, das für die Skuba ein Best-Case-Szenario darstellt. Sie kann damit die finanzielle und betriebliche Verantwortung abgeben, ohne weitere grosse Verschuldungen in Kauf nehmen zu müssen. Gleichzeitig kann das Caffè Bologna unter neuer Leitung weiterexistieren. Ebenso plant die Rheingarten Basel GmbH, die Projektidee der Skuba weiterhin im Café realisieren zu wollen.
«In den letzten fünf Monaten hat in erster Linie eine komplette Reorganisation mit einem neuen Konzept stattgefunden», erläutert Roger Greiner von der Rheingarten Basel GmbH. Das Caffè strebe nun die zweite Phase an, in welcher das Kulturangebot ausgebaut und die Zusammenarbeit mit der Universität Basel intensiviert werden soll.
In seiner Sitzung vom 3. März 2015 stimmte der Studierendenrat dem Angebot einstimmig zu. In weiterer Folge werden die Vertragsunterzeichnung und der Rückzug der Skuba aus dem Caffé Bologna erfolgen.
Die studentische Körperschaft ist heute mit 360‘000 Franken bei der Universität Basel verschuldet und hat im Herbst 2014 zusammen mit der Universität einen Konsolidierungsplan erstellt, welcher eine jährliche Schuldentilgung von 50‘000 Franken vorsieht. Für die Durchführung der Sanierung wurden im Skuba-Budget in zahlreichen Postenkürzungen vorgenommen.
Die Skuba erkennt die massiven Fehler, welche sich im Rahmen des Projekts Caffè Bologna ereigneten, an. Die politische Vertretung der Studierendenschaft bleibt aber weiterhin gewährleistet.