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Universität Basel

16. Dezember 2011

Psychiatrie, Geschichte, Pathologie: Neue Professorinnen und Professoren an der Universität Basel

Prof. Undine Lang heisst die neue Ordinaria für Erwachsenenpsychiatrie an der Universität Basel und Chefärztin der Erwachsenen-Psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Der Universitätsrat hat weiter Prof. Caroline Arni zur Extraordinaria für Allgemeine Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Prof. Luigi Terracciano zum Extraordinarius für Experimentelle Pathologie gewählt. Neuer Assistenzprofessor für Neuro- und Muskelpathologie wird Prof. Stephan Frank.

Die neue Ordinaria für Erwachsenenpsychiatrie an der Medizinischen Fakultät, Prof. Undine Lang, war seit 2007 als Oberärztin an der Akutstation und Aufnahmestation an der Psychiatrischen Klinik Charité (Campus Mitte) in Berlin tätig; sie wird ihr neues Amt auf den 1. Januar 2012 antreten. Geboren 1974 in Innsbruck, studierte die Österreicherin Humanmedizin an der Universität Tübingen, wo sie 1999 promovierte. Ein Jahr später erfolgten die Approbation an der Charité (Campus Benjamin Franklin) und 2005 die Habilitation sowie der Abschluss der Ausbildung zur Verhaltenstherapeutin und später Supervisorin. Nach einigen Jahren Tätigkeit als Assistenzärztin war sie 2006/07 Oberärztin an der Psychiatrischen Klinik des Uniklinikums Dresden (Akutstation und Notaufnahme), daneben Lehrbeauftragte der Universität Dresden für die Fächer Psychiatrie, Psychotherapie und Psychologie.

Langs Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die Untersuchung der Rolle von Nervenwachstumsfaktoren – körpereigenen Signalstoffen zwischen Nervenzellen –, die bei Stress und stress-assoziierten Erkrankungen vermindert sind. Die Verminderung von Nervenwachstumsfaktoren führt zu eingeschränkter Synapsenbildung der Neuronen sowie eingeschränkter Vernetzung und kann damit Gedächtnisstörungen und Depressionen auslösen. Des Weiteren hat sie in den letzten vier Jahren die Akutstation der Charité im Versorgungsbereich Berlin Mitte offen geführt und dabei an der Entwicklung von psychotherapeutischen Strategien im Akutbereich mit Betonung der Patientenautonomie gearbeitet. Sie konnte zeigen, dass durch die Öffnung von geschlossenen Stationen und der Förderung von Patientenautonomie, Zwangsbehandlungen und Gewalt im Akutbereich signifikant abnehmen und die Behandlungsbereitschaft der Patientinnen und Patienten zunimmt.  Über ihre Arbeit in Versorgung und Forschung hat sie bisher zahlreiche Fachaufsätze publiziert. In Basel möchte sie in Bezug auf die Forschung breite Kooperationen eingehen mit dem Ziel, den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung nach dem aktuellen wissenschaftlichen Stand zu bieten.

Allgemeine Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts

Prof. Caroline Arni, die neue Extraordinaria für allgemeine Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Philosophisch-Historischen Fakultät, ist seit 2009 an der Universität Basel Assistenzprofessorin für Neuere und Neueste Geschichte zu Phänomenen des gesellschaftlichen Wandels. Geboren 1970 in Solothurn, studierte sie Schweizer und Neuere Geschichte sowie Soziologie an der Universität Bern, wo sie 2002 mit einer mehrfach ausgezeichneten Arbeit über die Paarbeziehung um 1900 promovierte. Darauf war sie unter anderem als Assistentin am Institut für Soziologie der Universität Bern tätig. Forschungsaufenthalte führten sie 2001 an die École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris, 2003 an das Kulturwissenschaftliche Institut Essen und 2007 an das Deutsche Historische Institut in Paris. 2004/05 folgte sie einer Einladung als Member ans Institute for Advanced Study in Princeton, USA.

Arni ist eine interdisziplinär ausgerichtete Historikerin mit Bezügen insbesondere zur Geschlechter- und Wissenschaftsforschung sowie zur Kultursoziologie. Im Zentrum ihres Interesses stehen historische Detailstudien, die zum Verständnis von Gegenwartsproblematiken beitragen. In Basel will sie diese Perspektive in Forschung und Lehre vertreten und weiterentwickeln. Thematische Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung von lebens- und humanwissenschaftlichem Wissen in modernen Gesellschaften sowie auf europäischen Geschlechterkulturen. Arni ist Mutter von zwei Kindern.

Experimentelle Pathologie

Zum Extraordinarius für Experimentelle Pathologie an der Medizinischen Fakultät und Abteilungsleiter für Molekularpathologie am Universitätsspital Basel wurde Prof. Luigi Terracciano gewählt. Derzeit ist er hier als Titularprofessor für Pathologie tätig. Geboren 1959 in Neapel, absolvierte er sein Medizinstudium an der Universität seiner Heimatstadt, wo er 1983 promovierte. Darauf forschte er am Dipartimento di Biologia Animale e Centro Studi Istochimica in Pavia, an der Abteilung Pathophysiologie am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg sowie am Institut für Pathologie am Universitätsspital Basel. Hier wurde er 1993 zum Oberarzt und – nach einem weiteren Forschungsaufenthalt am Institut für Pathologie der Universität Graz – 2001 zum Leitenden Arzt gewählt.  Ein Jahr später erhielt er die Venia docendi für Pathologie an der Universität Basel, und 2004 wurde er zum Assistenzprofessor an der Universität Neapel gewählt. 2005 wurde er Titularprofessor an der Universität Basel.

Terraccianos Forschungsgebiete sind die Entstehung von Leberkarzinomen und die Regeneration der Leber, der Einsatz von Biomarkern sowie die Stammzellforschung. Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.

Neuro- und Muskelpathologie

Zur Kenntnis genommen hat der Universitätsrat die Wahl von Prof. Stephan Frank zum Assistenzprofessor (mit Tenure Track) für Neuro- und Muskelpathologie an der Medizinischen Fakultät. Gleichzeitig wird Frank zum Abteilungsleiter Neuropathologie am Universitätsspital Basel gewählt, wo er seit 2009 als Leitender Arzt und Interimsleiter tätig ist. Geboren 1966 in Dresden, studierte er an der Humboldt-Universität in Berlin und an der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden, wo er seine Dissertation 1996 abschloss und seine Postdoc-Studien begann. 1998 bis 2002 setzte er diese am National Institute of Neurological Disorders and Stroke, Surgical Neurology Branch (Bethesda, MD, USA) fort und wechselte darauf bis 2007 als Leiter einer Forschungsgruppe an das Institut für Neuropathologie der Universität Bonn; dort war er auch als Mitglied des Deutschen Hirntumor-Referenzzentrums tätig. 2005 erfolgten die Habilitation und die Facharztanerkennung in Neuropathologie.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten sind auf die Erforschung der molekularen Grundlagen mitochondrialer Fusions- und Fissionsprozesse, insbesondere im Kontext der Neurodegeneration fokussiert.  Frank ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Beförderungen und Titularprofessoren

Am Biozentrum der Universität Basel wurden vom Universitätsrat befördert: Prof. Christoph Dehio zum Ordinarius für Molekulare Mikrobiologie und Prof. Anne Spang zur Ordinaria für Biochemie.

Weiter hat der Universitätsrat die von der Regenz beschlossene Ernennung folgender Personen zu Titularprofessoren genehmigt: PD Dr. med. Reto Nüesch für Innere Medizin, speziell Infektiologie, und PD Dr. med. Miklos Pless für Medizinische Onkologie.

Der Universitätsrat hat zudem den Strukturbericht Kieferorthopädie der Medizinischen Fakultät zur Kernntnis genommen und die Freigabe einer Professur für Kieferorthopädie und Kinderzahnheilkunde genehmigt. Ebenso zur Kenntnis genommen hat er den Strukturplan Sustainable Land Use der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und die Freigabe einer entsprechenden Professur genehmigt.


Weitere Auskünfte

Christoph Dieffenbacher, Universität Basel, Kommunikation, Tel. + 41 (0)61 267 30 15, E-Mail: ch.dieffenbacher@unibas.ch

Fotos

Fotos der neu gewählten Professorinnen und Professoren befinden sich in der Mediendatenbank.

Weiterführende Informationen
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