x
Loading
+ -

Universität Basel

27. November 2015

Dies academicus 2015: Universität Basel verleiht sieben Ehrenpromotionen

Mit dem traditionellen Festakt in der Basler Martinskirche hat die Universität Basel ihren Dies academicus begangen – dies Jahr zum 555. Mal. (Foto: Universität Basel, Peter Schnetz)
Mit dem traditionellen Festakt in der Basler Martinskirche hat die Universität Basel ihren Dies academicus begangen – dies Jahr zum 555. Mal. (Foto: Universität Basel, Peter Schnetz)

Mit dem traditionellen Festakt in der Basler Martinskirche hat die Universität Basel heute Freitag, 27. November 2015, ihren Dies academicus begangen – zum 555. Mal. Sieben Persönlichkeiten wurden an der Feier mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet: die ghanaische Theologin Mercy Amba Oduyoye, der Jurist Thomas Geiser, der Arzt und Forscher Philip Leder, der Verleger KD Wolff, der Entwicklungsbiologe Herbert Jäckle, der Ökonom Ernst R. Berndt sowie der Psychologe und Placeboforscher Irving Kirsch.

Am Festakt in der Martinskirche hielt Rektorin Prof. Andrea Schenker-Wicki die Rede zum 555. Geburtstag der Universität. Darin griff sie ein Thema aus den Wirtschafts-und Sozialwissenschaften auf und widmete sich der Kunst des Entscheidens. Anhand von Erkenntnissen aus Neuroökonomie, Neuropsychologie und Medizin ging sie der Frage nach, was Entscheidungs- und Entscheidungsfindungsprozesse beeinflusst und wie sich letztlich gute Entscheidungen treffen lassen.

Eine Ehrendoktorin und sechs Ehrendoktoren

Im Mittelpunkt des Dies academicus stand die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die sieben Fakultäten der Universität Basel.

Die Theologische Fakultät verlieh den Titel eines Doktors ehrenhalber an die ghanaische Theologin und Ökumenikerin Prof. Dr. Mercy Amba Oduyoye, Gründungsdirektorin des Institute of African Women in Religion and Culture am Trinity Theological Seminary in Legon (Ghana). Oduyoye gilt als Begründerin, Mentorin und prominenteste Stimme einer afrikanischen feministischen Theologie. Sie hat die Bildung eines afrikanischen Netzwerks von akademisch-kritischen Theologinnen inspiriert und durch ihr Engagement in der ökumenischen Bewegung wie mit ihren Publikationen und ihrer Lehrtätigkeit die afrikanisch-theologischen Perspektiven gestärkt.

Die Ehrenpromotion der Juristischen Fakultät ging an Prof. Dr. Thomas Geiser, Professor für Privat- und Handelsrecht an der Universität St. Gallen und nebenamtlicher Richter am Schweizerischen Bundesgericht. Geiser hat als Wissenschaftler und Richter das Arbeits- und Familienrecht der Schweiz massgeblich geprägt und durch sein breites Wirken den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis nachhaltig gestärkt.

Mit dem Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät wurde Prof. Dr. Philip Leder von der Harvard Medical School ausgezeichnet. Leder ist ein Arzt und Forscher, der für seine fundamentalen molekularbiologischen und genetischen Forschungsarbeiten bekannt ist und mit zu den Begründern der modernen molekularen Biomedizin gehört. Als inspirierender Mentor hat er eine ganze Generation von Wissenschaftlern ausgebildet und wesentliche Impulse für ihre Forschung vermittelt.

Verleger und Entwicklungsbiologe ausgezeichnet

Die Philosophisch-Historische Fakultät verlieh die Ehrendoktorwürde an den Verleger Karl Dietrich (KD) Wolff. Mit dem Verlag Stroemfeld/Roter Stern, der in Frankfurt am Main und in Basel ansässig ist, trug er dazu bei, die tief greifende gesellschaftliche Erneuerung der letzten Jahrzehnte mitzugestalten. Die Entwicklung der Editionspraxis, die er mit initiierte, hat den Blick auf Texte fundamental erneuert. Mit seiner verlegerischen Arbeit hat KD Wolff die geisteswissenschaftlichen Debatten in der Editionswissenschaft und vielen weiteren Themenfeldern über 45 Jahre massgeblich geprägt.

Die Ehrendoktorwürde der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät erhielt der Entwicklungsbiologe und ehemalige Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Herbert Jäckle, der als international anerkannter Experte wesentliche Erkenntnisse zur Embryonalentwicklung erarbeitet hat. Jäckle hat sich in vielen nationalen und internationalen Gremien für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Forschung eingesetzt und insbesondere durch sein grosses Engagement im Beirat des Biozentrums der Universität Basel wesentlich zur Entwicklung eines starken Life-Science-Standorts beigetragen.

Ehrendoktor für Ökonometriker und für Placeboforscher

Prof. Dr. Ernst R. Berndt erhielt das Ehrendoktorat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät für seine Arbeiten zur Messung von Output und Preisen in Wirtschaftssektoren, die durch einen hohen technischen Fortschritt gekennzeichnet sind. Berndt vertritt einen praktischen Lehransatz in Ökonometrie, der ein weites Spektrum an Themen einschliesst wie die Energieversorgung, das Gesundheitswesen und die Pharmabranche. Berndt hat sich in zahlreichen öffentlichen und privaten Beiräten engagiert und insbesondere dazu beigetragen, Regulierungen etwa im Bereich der Zulassung von Arzneimitteln zu überdenken.

Mit der Verleihung des Ehrendoktors würdigte die Fakultät für Psychologie Prof. Dr. Irving Kirsch für seine herausragenden Leistungen bei der Erforschung des Einflusses von Erwartungen auf Behandlungseffekte. Mit seiner Forschung hat er massgeblich zur Definition des wichtigsten Erklärungsmodells des Placeboeffekts und seiner Erforschung in klinischen und gesunden Populationen beigetragen. Zudem hat er sich dafür eingesetzt, diese Erkenntnisse für die Öffentlichkeit und die Fachwelt im Dienste der Verbesserung der Behandlung psychischer Störungen nutzbar zu machen.

Universitäts- und Fakultätspreise

Neben den Ehrenpromotionen wurden am Dies academicus eine Reihe weiterer Auszeichnungen an jüngere Forschende für hervorragende Abschlussarbeiten überreicht. Den Amerbach-Preis, gestiftet von der Universität Basel, erhielt Dr. Ridvan Askin für seine Dissertation mit dem Titel «Narrative and Becoming: Differential Narratology». Folgende Fakultätspreise wurden verliehen:

  • der Preis der Theologischen Fakultät an Dr. Michael Jonas
  • der Preis der Juristischen Fakultät an Dr. Linda Kubli
  • der Preis der Medizinischen Fakultät an Dr. Maria Rubini Gimenez
  • der Preis für Geisteswissenschaften der Philosophisch-Historischen Fakultät an Dr. Sandra Schlumpf
  • der Preis der Philosophisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an Dr. Christian Arquint sowie der lrma-Tschudi-Steiner-Preis an Dr. Julia Spöndlin Allen
  • der Preis der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an Dr. Markus Ludwig
  • der Steven-Karger-Preis der Fakultät für Psychologie an Dr. Sebastian Gluth, Dr. Angela Heck und Dr. Janina Hoffmann

Den Emilie-Louise-Frey-Preis zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen ging an Dr. Anna Petrig, während Esther Ineichen, M Sc, mit dem Nachwuchsförderpreis der Studentenverbindung «Schwizerhüsli» ausgezeichnet wurde.

Den Sonderpreis der Universität, gestiftet von der Basler Versicherung, erhielten schliesslich Simon Niepmann und Lucas Tramèr, die 2015 im Rudern im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann mehrere herausragende sportliche Erfolge erzielen konnten.

Alumni-Preis erstmals vergeben

Mit dem erstmals verliehenen Alumni-Preis der Universität Basel wurde Dr. Eva Herzog, Regierungsrätin des Kantons Basel-Stadt und Vorsteherin des Finanzdepartements, ausgezeichnet. Mit dem Preis möchte AlumniBasel, die Ehemaligenvereinigung der Universität Basel, Alumnae und Alumni auszeichnen, die sich durch herausragende Leistungen in Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft oder Kultur hervorgetan und damit in besonderer Weise zur positiven Wahrnehmung der Universität Basel in der Öffentlichkeit beigetragen haben. Der Preis ist mit 10‘000 Franken dotiert und soll jährlich zum Dies academicus der Universität Basel vergeben werden.


Weitere Auskünfte

Matthias Geering, Leiter Kommunikation & Marketing, Universität Basel, Tel. + 41 61 267 35 75, mobil: +41 79 269 70 71, E-Mail: matthias.geering@unibas.ch

nach oben