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Universität Basel

19. April 2000

Siegerpokal für Studierende der Juristischen Fakultät der Universität Basel

In der diesjährigen «Telders International Law Moot Court Competition» am Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag haben vier Studierende der Juristischen Fakultät der Universität Basel den Siegerpokal errungen. Sie gewannen nicht nur das Finale des Völkerrechtswettbewerbs vor Mitgliedern des Internationalen Gerichtshofs, sondern wurden auch für ihre schriftlichen Eingaben (Klageschrift und Beklagtenschrift) mit den ersten Plätzen belohnt. Zudem erreichten sie den 3. Gesamtrang unter 22 Teilnehmerstaaten aus ganz Europa.

Seit fünf Jahren nehmen Studierende der Juristischen Fakultät der Universität Basel an der «Telders International Law Moot Court Competition» teil. Dem diesjährigen erfolgreichen Team gehören Nadine Schneider, Barbara Schroeder, Philipp Camenisch und Nikolas Stürchler an.

Bis zur Wahl von Professor Luzius Wildhaber als Präsident des Europäischen Gerichtshofes in Strassburg, wurde die Teilnahme der Universität Basel von ihm gefördert und die Teams wurden jeweils von seinen Assistierenden betreut. In diesem Jahr hat lic. iur. Christa Sonderegger in Zusammenarbeit mit lic. iur. Crispin Hugenschmidt den Wettbewerb vorbereitet, beide sind Assistierende von Professor Paul Richli und waren selbst TeilnehmerIn 1998.

Was ist die «Telders International Law Moot Court Competition»

Die Telders International Law Moot Court Competition ist ein internationaler Völkerrechtswettbewerb am Internationalen Gerichtshof in Den Haag, organisiert durch die Universität Leiden, an welchem Studierende der Rechtsfakultäten europäischer Universitäten teilnehmen können. Dieses Jahr fand der Wettbewerb zum 23. Mal statt.

Die Teilnahme ist jeweils auf ein Team, bestehend aus vier Studentinnen und/oder Studenten einer Universität pro Land beschränkt. Melden sich mehrere Teams verschiedener Universitäten eines Staates an, gibt es eine Vorausscheidung. Nur das Gewinnerteam nimmt in diesem Fall am Wettbewerb in Den Haag teil.

Inhalt des Wettbewerbs ist jeweils ein erfundener Sachverhalt im Bereich des Völkerrechtes. Stets werden in diesem Rahmen aktuelle Probleme des internationalen Rechts aufgegriffen (z.B. die Wassernutzung bei grenzüberschreitenden Flüssen, internationale Nukleartransporte zu See, die Todesstrafe).

Der «case» – in englischer Sprache – wird von den Teams gelöst, indem jeweils zwei TeilnehmerInnen eine Klageschrift (Memorial of the applicant) zwei eine Beklagtenschrift (memorial of the respondent) erarbeiten und innert der gesetzten Frist einreichen. Die TeilnehmerInnen erhalten darauf die jeweiligen Gegenmemorials der beiden Teams auswärtiger Universitäten gegen die sie antreten müssen, das heisst, die Klägerseite erhält zwei Beklagtenschriften, die Beklagtenseite zwei Klageschriften.

Die mündlichen Plädoyes (Semi-Finals) finden schliesslich in Den Haag, in den Räumlichkeiten des «Peace Palace» (im Internationalen Gerichtshof) und dessen Dependenzen statt. Dabei treten sowohl die Kläger/innen wie auch die Beklagten jeweils gegen 2 Gegenparteien an, wobei sie von einem Dreiergericht (bestehend aus Völkerrechtsprofessor/innen, Richter/innen, Diplomat/innen etc.) befragt und beurteilt werden.

Im Anschluss an die Semi-Finals werden die jeweiligen SiegerInnen der Klägerseite wie auch der Beklagtenseite eruiert, wobei sich die Bewertung je hälftig aus dem Memorial und den beiden Plädoyes ergibt. Die Gewinnerteams treten schliesslich vor dem IGH selbst zum Finale an. SiegerInnenteam ist, wer die Plädoyerunde von den Richtern des IGH gewinnt.

Bewertet werden jedoch nicht nur die besten Kläger/innen- bzw. Beklagtenteams und nachfolgende Ränge, sondern die besten Memorials der beiden Seiten, das beste Gesamtresultat eines Teams und die beste mündliche Leistung.

(Die Telders International Law Moot Court Competition startet jeweils im Laufe des September des Vorjahres (z.B. 9.1999). Die Memorials müssen bis Anfang Januar abgegeben werden. Die Semi-Finals und das Final finden jeweils im Monat April statt – dieses Jahr vom 12. bis 15. April 2000.)

Der diesjährige Fall: Humanitäres Völkerrecht

Der Sachverhalt des Telders International Law Moot Court Competition 2000 befasste sich vorwiegend mit humanitärem Völkerrecht. Anstoss dazu gab einerseits das 50-jährige Bestehen der vier Genfer Rotkreuz Konventionen von 1949, andererseits auch die jüngste Entwicklung in Europa, vor allem der Kosovokonflikt. Der Fall lehnt sich denn auch stark an die reellen Begebenheiten in diesem Konflikt an, ohne sich jedoch gänzlich an ihm auszurichten.

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Für weitere Informationen und Details zum diesjährigen Fall:

lic. iur. Christa Sonderegger


Assistentin des Stv. Verwaltungsdirektors der Universität Basel


Petersgraben 35, Ch–4003 Basel


Tel: +4161 267 30 01


Fax: +4161 267 30 02


E-mail:

christa.sonderegger@unibas.ch

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