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Universität Basel

27. März 2000

«Juden in Polen» Eine aussergewöhnliche Ausstellung kommt nach Basel

Kollegienhaus der Universität am Petersplatz 3. bis 28. April 2000, Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr

Die in Krakau konzipierte und gestaltete Wanderausstellung zeigt in bisher nicht gekannter Reichhaltigkeit und Tiefe ein Bild des jüdischen Lebens in Polen. Dies reicht vom Beginn der jüdischen Geschichte in Polen an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert, über das mittelalterliche und neuzeitliche Leben, die Entwicklung der Kultur und der Religion, bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs, die Zeit der Ghettos und des Holocaust. Doch bleibt die Ausstellung hier nicht stehen, sondern gewährt einen Blick in die Entwicklung nach 1945. Die Versuche der Konsolidierung, die Rückschläge vor allem des Jahres 1968 und die Situation der Juden und Jüdinnen in Polen heute werden thematisiert. All dies kann als Hintergrund des Beginns eines schwierigen Dialogs zwischen Polen und Juden verstanden werden.

Vernissage


Die Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen zu Vernissage und Apéro am Montag, den 3. April 2000, um 18.15 Uhr (Hörsaal 16).

Nach Begrüssungsworten durch:

einen Vertreter der Botschaft der Republik Polen in der Schweiz,


den Rektor der Universität Basel, Herrn Prof. Dr. Ulrich Gäbler, und


den interimistischen Leiter des Instituts für Jüdische Studien, Prof. Dr. Ekkehard Stegemann (Professor für Neues Testament an der Universität Basel),


wird Prof. Dr. Heiko Haumann (Professor für Osteuropäische und Neuere Allgemeine Geschichte an der Universität Basel) eine Einführung in das Thema «Juden in Polen» und in die Ausstellung geben.

Ausgelöst durch Pogrome und Vertreibungen aus Deutschland und Frankreich begann ab der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert die Zuwanderung von Juden und Jüdinnen nach Polen. Dort wurde ihnen nicht nur ein hohes Mass an Sicherheit geboten, sondern auch die Möglichkeit wirtschaftlicher und kultureller Entfaltung. Dies führte dazu, dass Polen zum Zentrum des Mittel- und Osteuropäischen, des aschkenasischen Judentums wurde, auch wenn sich vor allem in den Städten antijüdische Strömungen schnell zeigten, nicht selten beeinflusst vom katholischen Klerus.

Das polnische Judentum entwickelte auf der Grundlage der Religion und der Kultur eine eigene Identität, die äussere Einflüsse, wie staatliche Zwangsmassnahmen oder pogromartige Ausschreitungen, und die fortschreitende Anpassung an die Mehrheitsgesellschaft überdauerte. Im Jahre 1939 lebten schliesslich 3,5 Millionen Juden in Polen. Der Holocaust war und ist ein erschütternder Zivilisationsbruch, der auch das Judentum in Polen, wie es sich bis 1939 darstellte, unwiederbringlich vernichtete.

Präsentiert wird «Juden in Polen» vom Institut für Jüdische Studien und dem Historischen Seminar der Universität Basel, vertreten durch Prof. Dr. Heiko Haumann.

Träger der Ausstellung sind das Polnisch-Deutsche Zentrum, Krakau, das Anne Frank-Haus, Amsterdam, und das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk, Dortmund.

Finanziell unterstützt haben die Produktion die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Botschaft der Republik Polen in der Bundesrepublik Deutschland.

 

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Ansprechpartner:

Dr. des. Erik Petry


Institut für Jüdische Studien


Heuberg 33, 4051 Basel


Tel.: 061 267 12 08


Email:

erik.petry@unibas.ch

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