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Abhängigkeitserkrankungen sind ein überaus häufiges Phänomen. Sowohl in allgemeinen Spitälern wie auch in psychiatrischen Kliniken ist die Abhängigkeit in der Altersgruppe der „Eltern“ die häufigste gestellte psychiatrische Diagnose überhaupt. Deshalb sind sehr viele Familien von diesem Problem betroffen; in der Schweiz geht man davon aus, dass eine von fünf Familien von einem schwereren Suchtproblem betroffen ist.
Abhängigkeit ist jedoch auch ein stark schambesetztes, deshalb tabuisiertes Leiden, das real zu einer Stigmatisierung der Betroffenen und ihrer Angehörigen führen kann. Aus diesem Grund werden Abhängigkeitserkrankungen bei den Betroffenen selbst, in deren Familien, aber auch in den professionellen Systemen, in der Medizin, ja selbst im psychiatrischen Kontext oft versteckt, verleugnet und bagatellisiert.
Noch mehr gilt diese Tatsache für das Vorhandensein von Kindern in betroffenen Familien. Eine lange Zeit wurde selbst im Suchthilfesystem einfach verdrängt, dass abhängige Menschen genauso häufig Eltern sind, wie nicht abhängige.
75% der alkoholabhängigen Frauen sind Mütter, wie auch 50% der Frauen in Substitutionsbehandlungen. Aehnliche Zahlen gelten auch für die Väter.
Im Vortrag sollen die Besonderheiten in Familien mit Süchtigen sowie Risikofaktoren, die insbesondere Kinder aus suchtbelasteten Familien betreffen, aber auch Schutzfaktoren (Resilienzfaktoren), die eine positive Entwicklung dieser Kinder fördern, aufgezeigt und Behandlungsansätze diskutiert werden. |